g6 Wien unter Maximilian.
Viele Geschlechter waren indeß erloschen / oder ausder ewigen Unruhe und Unsicherheit in die Fremdegezogen. Die Bevölkerung harte merklich abgenommen;die böse» Kriegslaufe hatten die Nothwendigkeit ver-mehrter Befestigung und besserer Versorgung der Ver-rathe ; der Reichthum hatte Gleichstellung mit den übri-gen Städten des obern Deukschlandes in außen» Ansehenund Zierde, herbeygeführt. Die Stadt wurde durchausgepflastert, die Graben der Vorstädte pallisadirt, derSalzthurn ausgebaut , die sumpfigen Srellcn desGrabens durch neuen Zufluß aus der Wien und aus demDonauarm bewässert oder ausgetrocknet. Schürt undGraus der vielen Brandstätten abgeräumt und Mapdarauf aufmerksam gemacht, daß so viele abgekomme-ne Häuser nicht wiedererbaut würden, weil geistlichePersonen oder Körperschaften, Burgrecht darauf ha-ben und gegen die Satzung Rudolphs IV. nach dergroßen Pest (VII. 190 — 191) weder selbst bauen,noch andern Baulustigen die Satze nachlassen wollen.— die große Schuldenlast der Stadt könne nur nachund nach getilgt werden. Der Geächteten Rückberu-fung würde den Parteygeist neu anfachen, das Eigen-thum zerrütten, die Kraft längst erflossener Urtheileverwirren, keiner Verjährung Platz geben, da dochdas Loos Einzelner im gemeinen Wesen minder bedeu-te, als daß endlich einmahl ein Ende und ein bestimm-ter Wendepunct sey. Überhaupt klagte der Rath, seymanche Appellation vom Scadcrarh und von der Stadt-schranne an den Fürsten, den Gerechtsamen der Sradtzuwider geschehen.— Auf der mehrmahls angeordneten