Wien unter Maximilian. 97
und vollzogenen Vertreibung der Juden sey fest zuhalten, wenigstens aus der Stadt. — Die Klöstersollte» das ihnen in die Stadt einzuführen vergönnteMaaß eigner Bauweine nicht überschreiten. Der rö-mische König solle auch die ihm zuständigen Ämter undGefalle, Zoll, Platzgeld, Umgeld nicht verpachten.Der Pächter Druck und Willkühr mache das geineineVolk allzuschwierig. Vor Kurzem noch hätten die Rit-ter und Baronen, für die Künste des Friedens zustolz, alle Straßen unsicher gemacht, die innern Feindgenährt, den äußern Herbeygerufen, bald Brücken undHerbergen abgebrannt, bald mit Räuberjubel, auf ih-re Felscnnesterjeue Güter hinaufgeschleppr, die sie nichtdurch Verstand und Fleiß zu erringen, aber auch nim-mer zu entbehre» vermochten. Jetzt treibe der Adelganz wider seinen Stand, den meisten Handel, nichtnur mit allem, den Bürgern zustehenden Kanfschatz,sondern auch mit Salz und Holz, mir Getreide, Weinund Vieh.—Die innerhalb des Burgfriedens Grund-bücher haben , sollen nicht fertigen, noch auch dieStadrstener verküminern. Die Zehend - und Bergherrnhätten ihr Recht auch von den Kriegsjahren gefordert,da doch Äcker und Weinberge, Obst-und Safrangär-ten wüste gelegen.— Die Hofhandwcrkev sollen den bür-gerlichen Gewerben nicht schaden; die dem Hof nach-ziehenden Krämer nicht bey St. Stephan feil haben,sondern vor der Burg. — Die Mürzzuschlager und dieNeustädrer, auf des seligen Kaisers Friedrich wohlver-diente Gunst stolz, wollten die Wiener zwingen, dasauf der Vcnediger Straße heraus, nach dem NordenGeschichte WienS. 4- L-d. l. n, 2. Heft. 7