Band 
Vierter Band.
Seite
120
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Reichthum und Luxus.

Albrechts Handfeste,) „der Stadt Wien allermeisterNutzen und Ehre." Damit schwand auch jenes freu-dig wilde, stürmische Leben in der L e se z e it am Schot-tenthore , durch das die Straße zu den Konigen derÖsterreicher Weine führt: nach Nußdorf, Weidlingund Neuburg und in die Halden von Grinzingund Sivring.

Weniger der Kunstfleiß, wie Augsburgund Nürnberg, weniger irgend welche eigne Er-zeugung, wie die belgischen Städte, son-dern der D u r ch z u g s - u n d Zwischenhandel,in seiner im Binnenlande überaus günstigen Lage,haben Wien so groß und reich gemacht. Daher ath-met bis in die zerstörungsreichen Tage der Refor-mation und bis der Abfall der Niederlan-de, die Vernichtung der hanseatischenPrivilegien durch die brittische Elisabeth,bis Venedigs immer tieferes Sinken, Portugals Ero-berung durch die Spanier und der Fall seiner über-seeischen Handelsmacht durch Holländer und Brüten,den Umschwung vollendete, den die Entdeckung derneue» Welt gegeben der Kaufmannsgeist vorherrschendim ganzen Wiener Leben. — Dieser allein harte auchjene, dem Aneas Sylvius so höchst befremdliche,durchaus antigermanische und antifeudalistische Ver-änderung des bürgerlichen Erbrechts erzeugt. Da nähm-lich der Handel ein möglichst ungebundenes und wieöfter und schneller, je besser umzuwendendes Capitalbegehrt, mußten die Unveräußerlichkeit der Erbgüter,die weiblichen Vorrechte des Brautschatzes, der Mor-gengabe, des Wittums, als eben so viele Hemmschu-