< Fortschritte der Reformation. , <7
einer wildbewegten Zeit losten sich auf. Heirarhc» derMönche «nd Nonnen wurden häufig. Die Klöster beySt-J,cobauf derHülben, zu St. Lorenz, zurHim-melspforte , hotten seit geraumer Zeit nur greise,gichtbrüchige, oder blinde Bewohnerinnen mehr. —-Die heimliche Ehe und die Trennung, warenI ' durch so viele Formen erleichtert und die Fürsten undGroßen gingen darin mit solchem Beyspiele vor, daßdie Ehe täglich mehr zum bloßen Gesellschaftsvertrag,zum Concubinat herabzusinken drohte, daß der Trient-ner Kirchenrath zu strengen Beschlüssen darüber ge-steigert wurde und die Jesuiten unerschrocken an denHöfen dagegen eiferten / daß nicht etwa der Geschmackjenes kühnen Philivp von Hessen allgemeiner würde,dem Luther selbst geschrieben halte, daß es eben soübel nicht sey / z w e y Weiber zu haben. — Es warein großer Mißgriff, im Beginne der Reformation,das Klosterwesen dadurch stützen zu wollen, daß mandie Abteyen mit einer Unzahl fremder, welsche rMönche überfüllte, besonders (wie die wienerischenActen selbiger Zeit klagen) die Dominikaner, Augu-stiner und Minoritcn. Der wahre Glaube wohntnur bey der Demuth und bey der Liebe! Beysolchen Verbothen des Sturmes muß das Gegengiftder allgemeinen Seuche, durchaus a c cl i m a t i si r tund streng national seyn, soll es anders etwasmehr seyn, als der Angstruf eines verzweifelten Kran-ken, der, da die Ärzte ihn verlassen, zu Quacksalbernund Wundermännern seine Zuflucht nimmt, als derMißgriff, Krebsschäden durch Roseinvaffer oderTalss-Gefchichte Wiens 4 . Bd. 3. Heft. 2