Band 
Vierter Band.
Seite
32
JPEG-Download
 

32 Fortschritte d e r Reformation.

berufen, ward allzuoft von diesem hohen Ziel durchweltliche geringe Interessen abgezogen. Dasi Spanien,Neapel und Mayland besaß, daß es in den kleinemStaaten Italiens, Fürsten ab-und einsetzte und seinÜbergewicht trotzig fühlen ließ, war hierbey ein wich-tiger Umstand. — Paul und Pius IV. mutheten Fer-dinanden zu, was das Oberhaupt verschiedener Reli-gionsparteyen unmöglich auf sich nehmen konnte, ohneder Rolle des Herrschers und des Vermittlers in glei-chem Maße fremd zu werden. Am gefährlichsten aberwar dieser Sache Frankreichs blos politischer Schcin-karholizism. Bey s i ch brachte es die Hugonotten inewige Kerker, auf den Scheiterhaufen, in Deutsch-land unterstützte es sie zur beständigen Diversson ge-gen Carln mit aller Macht, warf sich zum Rächer undRetter der bey Mühlbcrg gefangenen Fürsten auf undmachte sich für diese edelmüthige Aufwallung sogleichdurch Metz, Toul und Verdun bezahlt. Es arbeitetemit wenig Zurückhaltung auf das Ziel hin, i m I n-nern durch Niedertretung aller geistlichen und welt-lichen Großen und Corporatione« unumschränkt zu wer-den und alle Nachbarstaaten zum Behufe dereigenen Vergrößerung, so viel möglich in wehrloserAnarchie zu erhalten.— Heinrichs IV. oftbesprochenerPlan einer im ewigen Frieden vereinigten euro-päisch-christlichen Republik bezielte wohlzuvorderst nur die Demüthigung beyder Linien Habs-burgs. *) Doch war es in jener Zeit so weit gekommen.

*) Heinrich VI., nachdem er 15Q3 katholisch geworden und da-rauf nach ZOiahrigem Bürgerkrieg und Unruhen, alS Könkg