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Der Bruderzwist-
der pohlnischen Königswahl wurde der jüngere BruderMaximilian gegen Mathias unterstützt; sehr natürlich,das; auch ohne sein Zuthun, alle Mißvergnügten ihr Au-ge auf den Letzteren richteten. In der Folge vertrauteihm Rudolph verschiedene Unterhandlungen, aber geneh-migte nie, was er abgeschlossen, verschiedene Comman-dos, aber ohne die Mittel den Krieg zu führen, llberMathias Fortschritte in Ungarn war Rudolph jeder-zeit bestürzter als die geschlagenen Türken, ja ertrachtete endlich unumwunden, mit Verletzung derHausgesetze und gegen alle Ordnung, Mathias ganzauszuschließen und die Nachfolge dem jungen Erzher-zog Ferdinand von Gratz zuzuwenden. Darob trat diewechselseitige Erbitterung in Wort und That hervorund Tycho BraheS Weissagung galt Rudolphen umsomehr für eine untrügliche Stimme aus den Wolken.Nur Angeber und Verleumder waren willkommen. Werjetzt noch zur Eintracht und Aussöhnung rieth, wurdeverbannt. Fast Niemanden gab er mehr Gehör, ließlange und weite Gänge mit engen und schrägen Fen-sterchen, gleich Schußscharten bauen, um wenigstensda spazieren zu gehen, ohne Gefahr erschossen zu wer-den. Dieselben Gänge führten auch in seinen prächti-gen Marstall, wo es noch am leichtesten hielt, ihn un-ter dem Schutz irgend eines Stallmeisters zu spre-chen. Die Hofkapelle des königlichen Schlosses zuPrag besuchte er nur an den höchsten Festtagen in ei-nem hohen, gedeckten und stark vergitterten Oratorium.
Geraume Zeit hindurch glaubte das Volk zuPrag, er wäre gestorben und die Günstlinge verheil»-