Band 
Vierter Band.
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Der B rud e rzwist.

lichten seinen Tod nur, um noch eine Weile ruhig fort-praffen zu können. Aus vieles Bitten und weil zugleichein bedenklicher Auflauf entstanden war, zeigte er sich,dem andringenden Haufen seinen Wahn zu beneh-men , einige Augenblicke am Fenster. Stundenlangsas, er in seinen Zimmern, ohne sich zu bewegen, ohneeinen Laut und sah den Mahlern und Uhrmachern zu,die bey ihm arbeiten mußten. Er selbst mahlte vorzüg-lich , besonders Porträts und besaß in Künsten undGewerben »»gemeine mechanische Fertigkeit, Ge-schmack und Vollendung. — Das in seiner Art wahr-haft einzige Wiener - Kabinet von Münzen und geschnit-tenen Steinen dankt ihm das Meiste, unter andern auchjene herrliche sogenannte Apotheose Augusts, bey denNonnen zu Poifsy, als eine Kreuzigung des Heilands ,als ein Denkmahl aus dem Morgenland erhalten. GroßeSchatze besaß auch die in den Tagen der Klöster aufhe-bung und Kasernenstiflung unverantwortlich zersplit-terte, rudolphinische Schatzkammer in Prag. Wer Ru-dolphen in der Zwischenzeit seiner Kunstbetrachtungansprach, störte, oder das geringste Geräusch machte,nach dem warf er, der einst so sanft und schüchterngewesen war, Gemählde, Uhren, Silbergefcisie, oderwas ihm immer in die Hände kam. Nur Künstler,Astrologen und Goldmacher durften sich ihm nahen,über auch diese erst nach strenger Durchsuchung, ob >ieleine heimlichen Waffen §ey sich trügen? — Aus sei-ne» natürlichen Söhnen wurde einer, Don Carlos,in einer Wiener Vorstadt, bey einem Auflauf, in den* 1 ‘ sich muthwillig gemischt, unerkannt getödtet. An