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Das P a s s a u e r - V o l k.
welche die freye Religionsübung auch auf den viertenoder Bürgerstand und das gemeine Volk ausgedehnt,wogegen der päpstliche Nuntius und Bischof Klesel zuWien, Erzherzog Ferdinand von Gratz und sein Bru-der Leopold, Bischof zu Paffau feyerlich protestir-ten. — Um hinter dem Bruder nicht zurückzubleiben,gab nun Rudolph (u. July und 20. Aug. lOori)'den Bohmen den sogenannten M a j e stä t s b r i e s,worin den Protestanten und Urraquisten unbedingteGlaubcnsfreyhcit, verivilligt und zu den bereits besitzen-den neue Schulen und Kirchen, die Präger Hochschuleund das dortige Consistorium eröffnet wurden.— Erz-herzog Leopold, dem in der letzten Zeit, Rudolph seineganze Neigung zugewendet, hatte um des Reiches Rechteauf das erledigte Jülich zu behaupten, Truppen ge-sammelt, die von ihm die P a s s a u e r - V ö l k e r hie-sien. — Diese rief nun Rudolph »ach Bohmen, Leo-polden , dem Mathias zum Trotze die böhmische unddie deutsche Königskrone zuzuwenden. Er verhieß denÖsterreichern auch einen Majestätsbricf, forderte sieauf, von Mathias abzufallen und wirklich waren zwi-schen den ständischen Truppen und Mathias Söld-nern Thätlichkeiten vorgefallen. Eine Vereinigungvom Erzherzog Hoch - und Deutschmeister Maxi-milian , durch Abbitte und Fußfall in Mathias Nah-men bekräftigt, glich mehr einem feyerlichen Spotte.Leopold bemächtigte sich durch List der Präger-Klein-seire (i 5 . Febr. 1611) aber Mathias erschien schnellmit einem Heer, Leopold zog eilends davon und Ru-dolph sah sich gezwungen, auch Böhmen abzutreten
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