Mathias stirbt. 73
in seiner Jugend glänzende Hoffnungen erregt, die-selben aber im Laufe seiner Herrschaft keineswegs ge-rechtfertiget hatte. Seines Lebens schönste Zeit harteer, von den Meisten vermieden und verlassen, in Ru-dolphs Ungnade zugebracht. Eine geliebte Gemahlinnfand er erst mit 60 Jahren, nachdem er mit den Waf-fen in der Hand, dem harten Bruder ein unabhän-giges Daseyn abgedrungen, dabey aber die Freyheitdes Thrones vergeben und das Vertrauen beyder Par-teyen verwirkt hatte, denn keine sah ihre Hoffnun-gen durch ihn erfüllt. — Alt, krank und kinderlos,stand er, ein Fremdling auf dem öden Throne. AllerAugen waren schon auf seinen Nachfolger gerichtetund die Vergeltung erfüllte an ihm, nur unter vielanständigern Formen, dasselbe Schicksal, das er Ru-dolphen bereitet hatte. Nicht einmahl sein Grab zuvollenden war ihm vergönnt. Er wollte in Wien ru-hen, wie seit Friedrich IV. kein Kailer mehr. Er be-gann mit seiner Gemahlinn Anna das Capuzincrklo-ster am neuen Markte, mit der jetzigen Herrschergruft,aber auch dieses vollbrachte erst Ferdinand, nachdemkt seinen Feinden glorreich obgesiegt.
Die beständigen inuern und äußern Unruhenkonnten dem Flor des Handels und der Künste un-möglich zuträglich seyn. Eine der vorzüglichsten Ver-änderungen aus diesem Zeiträume war, die Aufhe-bung der alten grossen Privilegien derdeutsche» Hanse in England, durch die KöniginnElisabeth. — Als Repressalie gegen diese Aufhe-bung der „theils aus königlicher Wohlthat, theils