76 Ferdinands II. verzweifelte Lage.
fremden Kaufleuten. — Zwischen dem Landmarschallenund dem Wiener Stadtmagistrat sprach Mathias (24,Oct. 16 > 5 ), daß wenn eine Epecution auf ein Bürger-haus geführt werde, der Ansah zwar durch den Weiß-bothen, doch nur unter Vorwiffen und Einleitung desstädtischen Grundbuchs und Schatz-und Einantwortungnur durch die städtischen Beamten geschehen und die bis-herigen Einmengungen des Landmarschalls abgethansey» sollen. — j 6 i 2 und 1617 erneuerte und erläuterteMathias die iGo 3 von Rudolph erlassene Ochsengries-Ordnung, die den Wiener Fleischhackern unter und nachder Abwerfung der Hansgrafenamtsfahne, den Ver-kauf vor Allen sichert und gebiethet, daß der Kauf halbin deutscher, guter Wahrung, halb in ungarischer ge-schehen solle, wobey die Klage verlautbart, daß dasungarische Geld so sehr aus dem Lande geführet werde.Gegen das Ausführender guten, alten Münze, Sil-ber- und Goltsorren, ergingen unzählige Verordnungen,von Mar bis auf Leopold I. aber ohne Erfolg.
Unter v e r z w e i f l u n g s v 0 l l e r e n Umstan-den trat wohl kaum irgend ein Herrscher sein schweresAmt an, als Ferdinand. Das einzige, in Eilezusammengeraffte, kleine Heer, hatte im ungleichenKampf mit einem ganzen, aufgeregten Volk, bedeu-tenden Nachtheil erlitten, war bey Budweis und Kru-mau so gut wie eingeschlossen und ließ jeden Augen-blick die schreckliche Kunde erwarten, es habe in ein-zelnen Capitulationen vor den Bohmen die Waffen stre-cken müssen. Diese würdigten Ferdinands, ihres ge-krönten Königs Verlangen, Abgeordnete nach Wien