Band 
Vierter Band.
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78 Ferdinands II. verzweifelte Lage.

andern Herrn zu wählen, Ferdinanden in ein Klosterzu sperren, seine Kinder in der lurherischen Lehre er-ziehen zu lassen. — Kein Lichtstrahl dämmerce mehrdurch diese Finsterniß. Ferdinands getreueste Rachedrangen auf Unterhandlung, auf Nachgiebigkeit, odernach dem allezeit getreuen Tyrol zu flüchten und vondort aus, im Bunde mit Bayern, ein neues Lebenund Wirken zu beginnen. Sie scheuten sogar die schwereVerantwortlichkeit nicht, dem Thurn heimlich und aufeigene Faust Versohnungsvorschläge zu thun, unbe-dingte Glaubensfrcyheit, Bestätigung und Erweite-rung des rudolphinischen Majestätsbriefes und allersonstigen Privilegien und allgemeine Amnestie verhei-ßend. — Der Thurn aber betrachtete Ferdinandenschon so ganz als seinen Gefangenen, mit demman sich in nichts mehr einlassen müsse,daß er diese Vorschläge gar keiner Antwort würdigte,ja es nicht einmahl der Mühe werth hielt, die böh-mischen Stände davon zu unterrichten! Er unterhan-delre bloß noch mit den Eonfoderirren, unter welchenBedingniffcn sie ihm ein Thor der Stadt einräumenwürden, die nur ei» Paar hundert Mann Besatzunghatte! — Selbst die Jesuiten rieche» zum Nachgeben„wer Zeit gewinne, habe das Leben geivonnen !" DerKonig allein blieb in dieser Nachc des Abgrunds uner-schüttert. Hohen Unwillens verwarf er den Räch, sichinSicherheit zu begeben, — „a u fWie n ruhe dasHeil Österreich s, des Landes und des H a u s e s!Wie er den Fuß aus seinen Mauern setze, würden dieAkatholischen dem Thurn die.Thore offnen, und mit