Band 
Vierter Band.
Seite
80
JPEG-Download
 

8o

D i e Rettung.

tönten zum Todesschrecken der Rebellen, vor derBurg, Trompeten und Heerpauken. Bucguoyhat-te aus der Gegend von Krems das Cuiraffierregi-menc D a m p i e r r e (nun G r o si f u r st Consta n-tin, das älteste der Armee,) auf der Donau nachWien geschickt. Der Oberst Gebhard Saint Hi-laire, ein Lothringer wie Danipierre, führte sie,mit Hülse der getreuen Bürger und Studenten durchsFischerthor und das untere Arsenal in die Stadt,wo sie sich schnell und höchst unerwartet auf de>nBurgplatze aufstellten. Wie vom Donner getroffen,staubten die Empörer aus einander, verbargen sich inihren Kellern oder Dachkammern, oder flüchteten insthurnische Lager. Alles bekam durch diese Hülfe in derhöchsten Noth eine neue Seele. Wenige Tage daraufkam dem Thurn ein athemloser Böthe, Bucguoy undDampierre hatten den Grafen von Mannsfeld ge-schlagen und bedrohten Prag. Dieses zu sichern, brachThurn eilig auf und verschivand am 12. Juny 1(319mit eindrechender Dämmerung aus dem Antlitze Wiens.— Zwey Monathe darauf erhielt Ferdinand die Kai-serkrone, aber eilf Tage vor der Kurfürsten Wahlauf ihn siel, erklärte» ihn die Böhmen als einen Feinddes Vaterlandes und ihrer Krone verlustig und wähl-ten an seiner statt, das Haupt der akatholischen Union,den Pfalzgrafen Friedrich.

Bis im vorigen Jahrhundert wurde jener Tagder Rettung durch die dampicrreschcn Cuiraffire, amSchanzel- und Fischerlhore, wo sie hereingezogen,alljährltch durch ein Volksfest, mit Gesang und Tanz