Band 
Vierter Band.
Seite
90
JPEG-Download
 

9° Verlauf des Krieges.

der Landstraße hinaus, bey der Stangen, gegen denschwarzen Baren und gegen die Taborstcaße, bis zumEck an die gemerkten Felder, von bannen gegen derDonau dem untern Werd über." — Nur zwey Ge-wölbe sollten ihnen erlaubt seyn in der Stadt zuhaben , zur Aufbewahrung der Christen pfände r.Sie sollten dem Magistrat in Real-Personal - undEriminalfallen gänzlich untergeben seyn.

Ferdinand und Gustav Adolph, Wal-le n st e i n und Richelieu gaben dem ZvzährigenKrieg sein eigenthümliches Gepräge. Wie die erstendrey den großen Schauplatz verlassen, weicht auch ausdem ungemeinen Gewühl, alle Begeisterung desGlaubens. — Ehr - und habsüchtige A b e n teu e-rc'y tritt an seine Stelle und ein wilder Solda-ten g e i st grinset freudig über das Geheimniß, dasin so viele wehrlose und uneinige Gebiethe zerstückteDeutschland, zur Vorrathskammer endloser Beute-züge zu machen und den Krieg durch den Kriegzu ernähren. — Größere Macht über die Gemü-ther hat seit Luther wohl Niemand geübt, als Gu-stav Adolph. Sein Sieg bey Leipzig über den al-ten Tilly drehte die Glückeskugel plötzlich und gänzlichzum Vortheil der Protestanten um. Wie ein brau-sender Strom »rgoß er sich über die deutschen Gauen,bis über den Mayn, bis über den Rhein, bis an dietyrolischen Berge, erkor Augsburg zu seiner neuenHauptstadt und führte den Winterkönig in die Burgseines Vetters und Feindes Marimilian zu M ü n ch e n.

„S'ist richtig mit Leipzig!" blieb lange