Verlauf des Krieges. gr
Zeit im Sprichwort für eine höchst unerwartete undganz unglaubliche Sache. So groß war der Ruf vonT i l ly s Siegen,— so versteinernd der Schrecken seinesNahmens — und jetzt war dieser letzte Horc beym Lech-übcrgang der Schweden gefallen. Ferdinand sah sichgezwungen, eben dem W a l l e n st e i n, dessen astro-logischen Hochmuth der Herzogshut von Mecklenburgund Friehland bey weitem nicht zu crsättigen vermoch-te, dessen laut ausgesprochener Plan auf die Herrschaftder Ostsee, den Schwedenkönig nach Deutschland herü-ber gelockt hatte, durch dessen schlau herbeygeführteAbdankung, Richelieu bewirkt hatte, das; Ferdinandmit der linken Hand, sich selber die rechte abgehauen,das Commando bittend wieder anzutragen. — Wallen-srein »ahm es endlich in seiner Einsamkeit zu Znaim,aus den Händen seiner Freunde Eggenberg un* O.ue-stenberg, doch nur mit unumschränkter Vollmacht,so daß der Kaiser selbst beym Heere nichts zu schaffenhabe, nicht bey demselben erscheinen, für sich selbst, oderfür seinen Sohn, den König von Ungar», das Com-mando ansprechen solle. — „D as kann nur Öster-reich und Wallen stein," rief Gustav, als jenerin lvenig Wochen bloß auf den Ruf seiner Trommel,mir 60,000 Mann in Böhmen drang und die Sach-sen daraus verdrängte. — Sieben Monathe nach sei-nem Erscheinen fiel Gustav Adolph ( 6 . Nov. >632)erst 38jährig, wider ihn in der L ü tz n e r Schlacht.Seine güldne Kette, sein ledernes blutbeflecktes Col-let, bey dessen Anblick Ferdinand aufrichtige Thrä-nen vergoß, sendete Wallenstein nach Wien, wo es