S t ud e n t e n - A u fl a u f zu P ra g. 0,7
den Eimer Weins, einen Groschen mit Aufhebungaller Befreyungen, selbst des Hofstaats (> 65 g, 1645,1645).— Die Juden waren nun ziemlich ruhig inihrer Judenstadr, im unrein Werd bis 1649 am 2.Juny, wo sich ein fürchterlicher ?luflauf der'Studen-ten wider sie erhoben, weil die Wache an der Schlag-brücke auf einen Studenten, der ihr nicht Rede stehenwollen, geschossen. Der Tumult nahm so wüthendzu, daß es nichcS fruchtete, daß unter Lrompeten-schall öffentlich ausgerufen ward: bey längerer Unru-he würden die Rädelsführer aus den Studenten auf-gegriffen , standrechtlich geheult und ihre Privilegiencaffirr werden, dessen ungeachtet schlugen sie wiederam iG. Juny Zettel der Zusauunenrotrung an, diealle Studenten vor den Rector beschieden und als siedorr keine Genugthuung erhalten, dauerte die Gahrungfort. Die Studenten erlaubten sich thätliche Mißhand-lungen der Juden. Die zu ihrer Sicherheit in dieStadt commandirten Musguetiere legten sich darein,wurden aber von den Studenten geworfen, suchtenmit den Juden, ihre Sicherheit in einem Hause, daßsse verrammelten uud sich dort so lange vertheidigten,l>is die Hauptwache am Peter, sie durch mehrere star-ke Detalchements entsetzten. — Die Studenten brach-en hierauf ihre Klagen gegen die Juden schriftlichkey der Regierung an und noch durch länger, alseinen ganzen Monath, hielten die Juden im Werdund bey ihren Gewolbern in der Stadt, Sicherheits-wachen über 3 ao Mann stark, denen sie, jedem zwölfKreuzer bezahlen mufften.
Geschichte Wiens 4. Bd. 3. Heft
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