io6 Tod Ferdinands III.
Partey bekannten. Ihre Religionsfreyheit wurde demKaiser empfohlen, aber er ließ sich darüber, als Herrin seinem Lande nichts vorschreiben, vielmehr beganner i655 die entschiedene Fortsetzung der Cegeurefor-mation und die Glaubenseinheit kehrte mit wenige»Ausnahmen in Österreich zurück.
Es bedarf keiner eignen Hinweisung, welcheschreckliche Folgen ein 3ojähriger Meinungs - undBer-heerungskrieg haben mußte, da eine Partey der an-dern, alle Mittel sich zu halten, verwüstend entzog,da unzählige Städte und Dörfer in Schutt und Aschegelegt, die Künste versagt, der Gewerbfleiß zurück-geschreckt, des Handels Sicherheit zerstört, so vielenatürliche und gesellschaftliche Lande durch Partey-geist zerrissen und in die wildeste Selbstsucht verwan-delt, die Bildung auf lange hinaus zertrümmert,da die gesunkene Nationalität, durch erweichlichendesFranzosenthum völlig verdrängt und ein in Druck undElend, in beständiger Angst und Noth verkrippeltesGeschlecht herangewachsen war. Des Krieges letzteJahre waren in Wien, durch Seuchen und Wasser-schäden, Windsbräuten und Ungewitter bezeichnet,deren einige im Schnee und Eis des Februar wüthe-ten , andere die Zierde der Scadt, den Stephans-thurm zur Zielscheibe ihres Zornes gemacht hatten.—Wiens Befestigung setzte Ferdinand auch nach demFrieden eifrig fort, insonderheit am Scholtenthorund an der Löbelbastey. — Es war für den Kaiser,der seine lebten Lebenssahre in einem peinlichen Ge-sundheitszustände verbrachte, ein großer Schmerz,