Band 
Vierter Band.
Seite
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n8 Portia und Lobkowitz.

die endlich ihren ganzen Ruhm darein setze»/ Alleszu verwerfen, Alles scheitern zu machen, was nichtaus ihrem Kopfe stamme."

Ganz anders/ aber nicht heilbringender erwiessich sein Nachfolger/ der Fürst Wenzel Euseb von L o b-k o w i h. Er war von den angenehmsten und gefällig-sten Forme« / der Man»/ welcher eigentlich französi-scher Sprache und Sitte (trotz des jungen Kaisers ge-haltenen Ernst und Hinneigung zur strengen spanischenEtiquette) in Österreich Eingang und Übergewicht ver-schaffte. Ein Meister der Vergnügungen / wie Wiennoch keinen gesehen, leider aber auch ein Sclave der-selben. Seine große körperliche und geistige Lebhaftig-keit nahmen Andere und er selbst, trotz seiner ent-schiednen Arbeitsscheue, für Eifer und Thätigkeit, sei-nen glücklichen Jntriguengeist für großartige Combi-nation , seine» stechenden Witz für Verstand, seineGeringschätzung Anderer, seine Art, Alles zu ridicu-lisiren, (das wohlfeilste, oft aber auch erbärmlichsteSurrogat statt wahren Scharfblicks und statt eigent-licher Menschenkenntniß) für Bewußtseyn seiner Über-legenheit. Ohne Glauben an T u g e n d und G r o-ße, fehlten ihm auch beyde, bey vieler Milde desCharakters und bey einem, über alle seine Landsleutehoch emporragenden Geschmack. Bey der vollendetenMiserie seiner meisten Nebenmänner mochte er sogarfür einen großen Mann gelten. — Die Damenund die Geldmäckler sollen Meister aller seinerGeheimnisse gewesen seyn. Die Kaiserinn Claudia Fe-licitas war ihm abgeneigt. Er hatte unbescheiden gegen