126 D i e ungarischen Mißvergnügten.
warb Truppen, rüstete Schiffe aus, war in Verbin-dungen mit dem, trotz des eandiotischen Krieges, dochimmer auf Habsburg eifersüchtigen und ihm äußerstmißgünstige» Venedig. Er gewann die Uskoken und, Griechen Croatiens. Ein großer Strich durch ZrinysRechnung war, daß nicht der Prinz von Conti, son-dern der Piaste, Michael Wisniowiecky, Pohlens Kö-nig wurde. Als Ersatz dessen glaubten Zriny und Fran-gipani die Steyermark gewonnen zu haben. Ihr Statt-halter, der reiche Graf Taltenbach, durch seineGemahlinn Justine Forgüts, allen Häuptern der un-garischen Mißvergnügten verwandt, durch seine Graf-schaft Reinstem, zugleich reichsunmittelbar, SyJahrealt, von phantastischem Ehrgeitz, beschränktem Ver-stand und unanständiger Feigheit, die sich selbst beyseiner Hinrichtung auf die eckelhafteste Weise bewies,war die leichte Beute der schimmernden BeredsamkeitZrinys und der glühenden Selbsttäuschung Frangipa-nis, die ihm die gefürstete Grafschaft Cilly , wo nichtdie ganze Steyermark, als Preis seines Beytrittesvorhielten. Er nahm es auf sich, aus seinen eignenBauer», aus Holzknechten, Bergknappen und herrn-losem Gesindel einige Tausende zu bewaffnen, die ihmals Statthalter zukommenden Hofbefehle, zu schnellerWarnung mitzutheilen, sich des Schloßberges zu ver-sichern, Gratz selber den Mißvergnügten und den ih-nen verbündeten Türken und Tataren zu überliefern.
Tatlenbach, des Gelingens allzusicher, hatte ei-nen, in sein Geheimniß eingeweihten Diener, im un-besonnenen Zorn über einen leichten Diebstahl verhaf-