Die ungarischen M i s; verg ,i ügtc n. 1 2y
Daß er nach Wcffelenys Tode nicht Palatin gewor-den, erfüllte ihn mit heißer Rachcglnth .Er spielte diewidrigste und doch eine sehr gefährliche Rolle. Ein Mir-verschworner in der Ferne rricb er die Verschwor-nen mehr und mehr zu entscheidenden Schritten, be-horchte dagegen wieder in Leopolds geheimen! Rath,was der Hof davon wisse, was er vorhabe? Richt deSKönigs, nicht des Vaterlandes Heil, nicht dessen Ver-fassung ; persönlicher Ehrgeitz war seine Triebfeder.
, Er wollte sich den Mißvergnügten und dem Hof zu-gleich wichtig machen und stande er am Ziel seinerWünsche, seine Freunde dem Hofe verrathen. DemAnschein nach ruhig in Portendorf sitzend, begünstig-te er selbst alle, zum Theil abgeschmackte Gerüchrevon meuchlerischen Anschlägen wider des Kaisers Per-son. Seine Gemahlinn stickte ein gold - und silberdurch-wirktcS FrcyheitSbanner, das Leopold in der Folge'auf daS Rarhhaus der allezeit getreuen Neusiadl schenk-te und von der großen, stukadornen Rose seines Kabl-nets zu Pottendors soll der Ausdruck: sul» ros;i, sei-ne sprichwörrliche Bedeutung erhalten haben. Dochauch ihn ereilte der Lohn des Verrathes. Als die Häup- »ter schon gefangen waren, war Nadasdy immer nochMitglied einer außerordentlichen Commission. Da bra-che» die Briefe von Murany ihm den Stab. Ein hal-bes Jahr nach der Verhaftung Zrinys und Frangi-paniz ward er nächtlicher Weile aus seinem Bette zu^ocrendorf gehöhlt und ins Wiener Landhaus gesetzt.
Zwey viel bedeutendere Männer starben fast zu gleicherZeit, Franz Csaky, Oberungarns Generalkapitan
Geschichte WicnS 4 . Bd. z. Heft. 0