D ie Schlacht des Entsatzes. 201
Niemand des Hungers, »och der äußersten Ermü-dung. Konig , Kurfürsten und Fürsten gaben einruhmwürdiges Beyspiel ritterlicher Tapferkeit, wenngleich nicht hoher strategischer Conceptionen, noch ein-helligen Zusammenwirkens. Keinen ließ die llngeduldschlummern. Alles brannte in edler Hitze aus den er-sten rosenfarben Hoffnungsstrahl der Mvrgensonne,horchte auf den ersten Kanonenschuß.
Vor Tagesanbruch trat der, durch die Heilig-keit seines Wandels und durch die Gabe der Weissa-gung bekannte Kapuziner, Markus Avianus an denAltar der Leopoldskapelle, las die Messe und reichteden Fürsten das Abendmahl. Sein Altardiener warder Konig von Pohlen. Bruder Markus segnete dasHeer und die Feldherrn und verhieß ihnen den ge-wissen Sieg. — Sobiesky hieß seinen Sohn nieder-knieen, schlug ihn zum Ritter „ein Andenken deSgrößten Tages, den er je erleben könne,"trat«n die Pforte und sprach zu seinen pohlnischen Grvsi-afficieren, was den Deutschen sogleich ihre Lands-lente übersetzten: „Der Feinde da unten sind fürwahrwie bey Ehotym, w» wir sie niedergetreten, einegroße Zahl. Ihr kennt sie und — zwar — aus mei-uem Sieg!! Es ist ein fremder Boden, auf dem'hr fechtet, doch fechtet ihr auch hier nur fürs eigneVaterland, ihr schirmt unter den Mauern Wiens^"ch zugleich unser geliebtes Pohlen. Ihr rettetheute nicht eine einzelne Stadt, sondern die$ c sa m m t c Eh r i sie n h e it. Ihr kämpft einen hei-^gen Kampf, wo selbst das unbelohnte Streben rühm-