Wiens Linien.
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des Kaisers Geburtstag (9, Juny) erschien Kar 0 lywirklich mit mehr als 5 ooo leichten Reutern, „sei-nen Ducaten jit hohlen," eine Unzahl jammerndenLandvolkes, wie Schafe vor sich hertreibend, aus derLandstraße und sprengte mit einigen Waghälsen bisvor das S r u b en t h or. Aber blitzesschnell war dieBürgerschaft, auf der allein das Heil der Stadt be-ruhte , in den Waffen und auf den Wällen und zogdem Feind entgegen, die Linien besetzend.—Dadurchblieb den Feinden keine Zeit, die Vorstädte, bey demheftigen Wind , in Feuer unfc Flammen aufgehenzu laffen. Sie lagerten die Nacht über auf der Schwe-chat, rötheren den Himmel wider durch den Brandder umliegende» Dörfer, zerstörten das, von den Tür-ken verschonte Neugebäude bey Simmering, einst Su-leymans Gezelr, würgten die seltenen Thiere in derMenagerie und schmückten ihre Anführer mit den Häu-ten der erschlagenen Löwen, Tiger und Leoparden.
Seit der, in Wiens Belagerung und jetzt bey derVertreibung Vendomes und der Bayern aus Tyrolruhmvoll ausgezeichnete Graf SigbertH ei st er,nachmehreren Vortheilen (26. Dec. 1704) bey Tyrnau ei-nen Hauptsieg über Rakoczy erstritten, kam zwar Wienselbst nimmer in so nahe Gefahr; nichts destowenigerblieben Ungarn und Siebenbürgen, von einem Endezum andern, in Blut und Flammen. Rakoczy wurdezu Weifienburg zum Fürsten Siebenbürgens,zu Seczyn zum Oberhaupt und Herzog des c 0 n-f ö d e r i r l e n Ungarns, endlich gar zu Lublin (inGegenwart des großen Czaars, und doch ohne Folge)