Ü4Ö Leopolds T. Tod.
ne: „Seyd doch froh, daß Carln nicht einfiel, IchSelbst solle lutherisch werden. Der Himmel weiß, wasich in diesem Drang der Umstände gethan hatte IV’ —Aber Peters Sieg bey Pultawa (6. July 1709)entschied Schwedens Verfall, hob das bisher nochasiatische Rußland unter Europas Machte vom er-sten Rang.
In Italien und am Rheine war indessen, trotzmancher einzelnen, glänzenden Waffenthat, der Vor-theil im Ganzen meist auf Feindes Seite gewesen.Endlich waren die Freunde Eugen und M arl-borough vereint. Letzterer erstieg die feindlichenVerschanzungen am Schellenberg und sechs Wochendarauf (» 5 . Aug. 1704) erfochten Beyde bey Hoch-stadt und B li n d h e i m, einen herrlichen Sieg überdie vereinigte französisch-bayersche Macht unter demKurfürsten selbst und unter den Marschallen Tallardund Marsin. 12,000 Feinde blieben auf dem Platze,Tallard selbst mit 25 Generalen und i 5 ,ooo Mann,mit allem Geschütz und Gepäck wurde gefangen, dieFeinde flohen über den Rhein und Bayern blieb biszum Frieden in Österreichs Handen. — Leopold erleb-te noch mehrere Seesiege der Britten über die Fran-zosen , mehrere Vortheile Heisters über Rakoczy, alsim April 1700 die Brustwaffersncht so zunahm, daßer, wiewohl ungern Siegel und Unterschrift an Jo-seph übertragen mußte und am Nachmittag des 5 . May,im 65 , Lebensjahre, nach einer, beynahe durch einhalbes Jahrhundert wahrenden Regierung verstarb,deren zahlloses Unheil und siegbekröntes Ende, selbst