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Vierter Band.
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Joseph I.

ihn aufrichtig, nannte ihn Bruder und wollte auchvon Eugen, Bruder genannt seyn. Die tiefste Ehr-furcht hegte er gegen seine hochgesinnte Mutter, trotzihrer strengen Haltung und ihrer Bußübungen, eineFrau von duldsamem Geiste, die nahmeütlich in denungarischen Geschäften gutenRathgegeben und bereitsobenbemerkten Unterschied gar wohl empfand, zwi-schen der Lage Ferdinands II. inmitten der noch im-mer forttobeuden, noch zu gar keinem Ruhepuncte ge-langten Gährung und zwischen jener Leopolds nach ge-schlossenem Glaubensfrieden, der es eben so zum Ge-bothe des Rechts als der Staatsklugheir machte, dieGemüther auch durch die That, nicht bloß durch Wortund Schrift zu beruhigen, vielweniger neuerdings auf-zustacheln. Die Wiener nannten diese Kaiserinn Mut-ter , die M a m m a a: mit Recht, in so ferne Josephallerdings dem Alexander Severus, dem Stolzund der Lust seiner Tage verglichen werden mochte.

Anderer Meinung über Joseph waren die Jesui-ten , die es nicht verschmerzen konnten, daß Leopoldtrotz seiner ungemeinen Vorliebe (im dunkel» Gefühldessen, was sie vorzüglich in den ungarischen Gescyaf-ten mißgeleitet), Josephs Erziehung nicht ihnen, son-dern dem schlesischen Probsten Franz Ferdinand Frey-herr» von Rummel, nachmahligen Bischöfe Wiens,unter der Oberaufsicht des Fürsten Salni anvertraute.Sogar Geistererscheinilngen kamen auf die Bahn,den verhaßten Lehrer zu entferne». Es ist bekannt, daßjener, durch seine Schönheit, Gallanterie und Riesen-stärke bekannte Friedrich A u g u st, nachmahls Kur-