Band 
Fünfter Band.
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124 Der Bothschafter B e rn a do t t e.

tisikation und am i 3 . erstattete Wiens Bürgerschaftdurch eine Deputation von 24 Rathen, dem Monarchenihren Fciedensdank. — In den ersten Februarscagentraf der neue französische Bothschafter, Divisionsge-neral Bernadotte in Wien ein und bezog den nunGeymüller'schen Pallastin der Wallnerstraße.— Wasbald daraus in Rom, was in der Schweiz, in Turin,in Neapel geschah, in Genua, in Lucca, in Velrlingeschehe» war, zeigte deutlich, wie wenig das Direc-torium seine Revolutionsplane aufgegeben habe?! —Auch in Wien waren diesen Winker mehrere Apo-stel dieser Art, vorzüglich unter der Maske Ausgewan-derter vcm linken Rheinufer, theils abgeschafft, theilsverhaftet worden und wenn die noch heut zu Tage so-genannte „Jakobinerepoche" von 1794 — 1795, betngeselligen Vertrauen und der herzlichen Mittheilungeine schwere Wunde schlug, so mufften auch jetzt an-dere Lieblingsfreudcn, z. B. die Liebhabertheater,beschrankt werden, da sich unläugbare Spuren zeig-ten, daß der demagogische Proselytengeist selbe alsgute Gelegenheiten erkohren habe. Am > 5 . AprilAbends gab der französische Bürger-Bothschafter einhäusliches Fest und plötzlich sah man votn Balkon sei-nes Hauses die d r e y s a r b i g e Fahne wehen. Derhöchst unerwartete Anblick zog sogleich einen RudelNeugieriger herbey. Alles gerierh in Bestürzung, weilman ein Versammlungssignal oder eine Aufforderungzu revolutionären Bewegungen dahinter vermuthete.Bald »vuchs der Haufe zu Tausenden an. Die Kundeflog in die Vorstädte und eS entstand ein heftiger Tumult.