Band 
Fünfter Band.
Seite
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DerBothschafter Bernadotte. i2&

Die Polizey sendete zwey angesehene Beamte hin, umden Borhschafter durch die höflichsten Vorstellungen zubewegen/ die Fahne einzuziehen/ die das Volk beun-ruhige. Da er es rund abschlug, stieg der Zorn deSVolkes. Aus Mangel an Steinen warf es die Fenstermit Kupfermünze ein, stieß das Hausthor mit Brunn-röhren auf, riß die Fahne vom Balkon, die in Pro-ceffion durch mehrere Gaffen nach der Freyung getra-gen und endlich dort verbrannt wurde. Die Polizey»beamten mehrten sich, das Militär rückte an. Dochdauerte die llnruhe bis gegen den Morgen. Da jedochdie Thore gesperrt und die ganze Garnison unterWaffen war, stellte sich die Ruhe bald wieder her.—Sonntags am >5. April wurde der Bothschafcer zurAbschiedsaudienz beym Kaiser eingeführt, von seinemHaus über den Kohlmarkt und Michaelerplatz, überdie Treppen der Burg, ja bis ins Audienzzimmer durcheine Spalier von Grenadieren geschützt. Auf den Plä-tzen waren starke Cavallerieposten. Der Volkszulaufwar groß, aber tiefes Schweigen, llnmittelbar darauffuhr der Bothschaster und Bürgergeneral unter star-ker Cavalleriebedeckung nach Rastadt ab. — Zwey Ta-ge darauf war das Au fg e b o th S fe st unter unge-heurem Zulauf, wobey nicht die geringste Unziemlich-keit vorfiel, zum rühmlichen Beweise der herzlichenErgebenheit und Ehrfurcht dieses guten Volkes gegenden Fürsten und sein Gesetz, inmitten seiner lautestenFreude und Begeisterung, aber auch seines gerech-ten Zornes gegen jeden Versuch einer Verhetzungoder Verführung.