»6» Die T ab or brücke.
ward z»m Generalgonverneur Österreichs, Staats-rath Sani jum Generalintendanten ernannt. DieBürgermiliz hatte zwar des Dienstes und der Pa-trouille» genug zu versehen; doch waren ihr wedergeladene Gewehre noch Pulver und Bley verstattet.Am. i 5 . wurde wegen einer ausgebrochenen Feuers-brunst, zum großen Schrecken der Franzosen, wie ge-wöhnlich , mit den Glocken gestürmt; aber künftigsollte das Feuer nur angesagt werden. Der 17. Nov.trug auch gar nichts bey sie zu beruhigen. Die Treffenvon Hollabrunn und Guntersdorf schienen, Theils infernsehender, Theils weissagender Weise die Köpfe«ntglühc zu haben! Auf ein Mahl durchflog die ganzeStadt ein abgeschmacktes Gerücht, „die Russe» seyenam Tabor und an der Nußdorfer Linie"!! Es war ebenSonntag und viel müßiges Volk auf den Straßen.Die Köpfe waren so erhitzt, daß mehrere französischeOfficiere und Soldaten mißhandelt wurden und einesieilianische Vesper nahe schien. Panischer Schreckenund Erbitterung wechselten unter den Franzosen undnur dem eben so bescheidenen, als nachdruckvollen Be-nehmen des Bürgermilitärs war die Verhütung großen,blutigen Unheils zu danken. — Der Glaube der Wienerwar schon in den ersten fünf Tagen durch die llnver-schämrheit der französischen Bulletins ermüdet und diezahlreich ankommenden Verwundete» und die Erzählun-gen der von den Schlachtfeldern von Guntersdorf undHollabrunn zurückkehrenden Bürgerordonanzen mach-ten dieselben zum Gegenstand des allgemeinen Gespöt-tes, so daß Weiber und Knaben unter den Ohrender Franzosen, sie als „Lügenblätrer" ausriefen und