i2q Der Preßburger Frieden.
fen Wrbna nach Wien. Am 26. wurde der Friedenkund gemacht, durch ein Te Deum bey St. Stephangefeyert und Napoleon trat seine Abreise von Wienan. Vorher sprach er auf dem Jägerhause zu Stam-mersdorf, den Erzherzog Carl, mit voller Anerkennungseiner hohen Kriegstugenden und erließ folgende cha-rakteristische Proclamation:
„Bewohner W i e n s! — Ich habe den Frie-den mit dem österreichischen Kaiser unterzeichnet. ImBegriffe in meine Hauptstadt zurückzukehren, wünscheIch noch, Euch die Achtung, welche ich für Euch he-ge und die Zufriedenheit zu erkennen zu geben, dieIch über Euer gutes Betragen, während der Zcir,als Ihr unter meinen Befehlen standet, empfinde»Ich habe Euch ein Beyspiel gegeben, das in der Ge-schichre der Volker noch unerhört ist. ZehntausendMann von Eurer National-Garde sind unter Waffengeblieben und haben Eure Thore bewacht. Euer Ar-senal wurde vollständig in Euerer Gewalt gelassenund während eben dieser Zeit habe Ich Mich den ab-wechselnden Launen des Kriegsglückes bloß gestellt.Ich habe Mich auf Eure Gefühle von Ehre, vonTreue, von Redlichkeit verlassen. Ihr habt Mein Zu-trauen gerechrfertiget. — Bewohner Wiens! Ichhabe Mich wenig unter Euch gezeigt; nicht aus Ge-ringschätzung oder aus einem eireln Stolze, sondernIch habe Euch von keinem der Gefühle ab-wenden wollen, die Ihr einem Fürsten schuldigwäret, mit dem Ich die Absicht hatte, einen schnel-len Frieden zu schließen (!!) — Empfanget bey Mei-ner Abreise als ein Geschenk, das Euch Meine Ach-