Der Feind vor Wien. 29
-Samt Mars mit einem Trompeter vor das Burgthor,der aber abgewiesen wurde. Auf dem Rückweg fiel erunter die Husaren/ ein Handwerker schlug ihn miteiner Stange vom Pferd, und mißhandelte ihn. —Vier Chaffeurs sprengten tollkühn mit den Husarenzum Kärnthnerthor herein. Einen erschlug im Komö-diengäßchen ein Fleischerknecht / die andern wurdenin der Kärnthnerstraße, am Graben und am Haar-markt, schwer verwundet gefangen. Obgleich nun dieGaffen mit Geschütz besetzt, obgleich von den Fran-zösin in Mariahülf, Kanonen mit Kartätschen aufge-führt waren, siegte doch die Neugierde über Allesund Tausende bedeckten die Linienwälle, die feindli-chen Lager zu betrachten. — Der Wachtmeister Schwarzvom bürgerlichen Eavallerieeorps rettete oder zerstör-ce die Schiffe. — Der Wucher trat unter diesen Um-sianden empörend hervor, zumahl beym Verkauf derLebensrnittel, insonderheit des Brotes und im Ver-schwinden der Kupfermünze. — Da der Adjutant desMarschall Lannes nicht zurückkam, sendete der Ma-jorgeneral Fürst von Neuchatel Alerander B e r t h i e raus Schönbrunn, durch Bürger der Vorstädte ein Auf-forderungsschreiben au den Erzherzog M a r i m i l i a n,das als ein Urbild der bonapartischen Lügentaktik an-gesehen werden mochte, — Dieser, im übermüthigenWahn, die Tage von Landshut und Regensburg, hät-ten ihm Österreich eben so unbedingt zur Beute hin-geworfen , wie der Tag von Jena das unglücklichePreußen, behielt alle Parlamentärs als Gefangeneund würdigte einen, vom E. H. Generalissimus am