Band 
Fünfter Band.
Seite
61
JPEG-Download
 

6

b i s z n m Wiener Frieden.

verschollene Oper : die Waldmänner. —Am 24 -Sept.wurde die neue Wiener bürgerliche berittene Gensdar-mcrie den Behörden vorgestellt. — Am i. Scpr. gingNapoleon zur Heerschau nach Raab, am 7. »ach Kremsund Melk, am 16. nach Brunn und aus das Schlacht-feld von Austerlitz. Am Oct. besuchte er Badenund das Helenenthal, am 5 . Abends um <7 llhr dieKaisergruft bey den Kapuzinern, am 6. Neustadt undden Semmering.

Der ri. Oct. war durch zwey seltsame Vorfallebezeichnec. Napoleon hatte schon mehrmahls sein Miß-fallen barsch da,-über geäußert, daß, wenn er von denTreppen des Schönbrunner - Schlosses in den großenHof zur Heerschau heruntersteige , die Leute sich so anihn drängten, daß die Gensdarmen und Pallastofficiere,die vor und hinter ihm Herschritten, kaum Raum hät-ten , sich frey zu bewegen. — Eben am obigen Tageharte sich ein großer, wohlgebildeter junger MannFriedrich S tapfer, ein Predigerssohn ausErfurc, auf die Haupttreppe und, nach man-cher Zurückweisung der Wachen, in den Vorsaal ge-schlichen. Dem General Rapp, der vor Napoleonherging und beständig rechts und links sah, sielen diestechenden Augen und die verwirrten Züge des jungenMenschen auf, der noch dazu im Bestreben, Napo-leon recht nahe zu kommen, an den General stieß.Dieser ergriff ihn und fühlte auch sogleich den lan-gen Dolch in seiner Tasche. Auf die erste Frage ge-stand er sogleich, er habe die weite Reise hierher ge-macht, um Bonaparte zu ermorden, der ein Feind