62 Di e Zeit v. Znaimer Waffenstillstand
des Weltfriedens inid des deutschen Nahmens sey." —Napoleon seldit stellte ihm verschiedene Fragen, dieer gefasst und kalt beantwortete. — Die Äußerungen :„daS Leben sey ihm geschenkt/ wenn er seine Anstif-k e r oder Ä? i r s ch u l d i g e n angebe, erwiederte er da-mit : „er habe keine. — Eine Stimme Gotteshabe ihn, gleich so vielen Helden des alten Bundes, ge-trieben. Nur zu schwach im Glauben müsse er nochseyn, sonst harre er vollbracht, was er gewollt" —■und auf die weitere Frage: „ob, wenn Napoleonihn zu sich nähme und ihn mir Wohlthaten überhäuf-te , er ihm ein eben so treuer Diener seyn würde, alsjetzt ein unsinniger Feind"?war die Antwort: „es werd«inimer wieder der alre Vorsatz in ihm erwachen!" —Napoleon war in großer Bewegung und (so fremdwar ihm jede Art uneigennützigen, selbst-aufopfernden Enthusiasmus!) er behauptetedurchaus: „der Mensch müsse wahnsinnig seyn."Der Leibarzt Eorvisart mußte öfters seinen Puls füh-len, ihn über seinen Zustand und über sein früheresLeben genau befragen. Da ersich aber nur gar zu ver-ständig und gefaßt zeigce, ward er fortgeführt und ineinigen Stunden zu Meidling erschossen. An demselbenTage Abends konnte das angekündigte Ballet imKärnthnerrhorrhealer nicht gegeben iverhen, weil esNapoleon für sich nach Schönbrunn hatte kommenlassen. Die französischen Offieiere geriethen darüber,daß sie kein Ballei sehen sollten, in solche Wuth,daß sie ubers Orchester auf die Bühne stiegen, mehrereInstrumente zertrümmerten und mit genauer Norhbeschwichtigt werden konnten,