Verschönerungen Wiens. 71
„Vorwnrf darüber treffen. Nach vieljähriger, ver-„geblicher Anstrengung, nach unermeßlichen Aufopfe-„rungen aller Art, gab es Beweggründe genug zu„dem Versuch, durch Vertrauen und Hingebung Gu-„tes zu wirken, wo bisher Ströme von Blut nur„Verderben auf Verderben gehäuft hatten."
Neben verschiedenen Auszeichnungen durch er-höhte Würde, durch den Adel, durch Ehrenmünzen,durch Belobungsdekrete für viele Mitglieder des Ma-gistrates und des Bürgermilitärs, insonderheit fürdie Majors, Magistratsrath Leeb und Steueramrs-verwalter Mayer, gab der Monarch der Bürger-schaft noch ein schönes Merkmahl inniger Zufrieden-heit. Die Franzosen hatten aus dem bürgerlichen Zeug-haus neben andern Waffen und Vorrächen, auch die 6Kanonen mitgeschleppt, die Leopold I. den Bürgern zurGedächtniß der heldenmüchigen Gegenwehre von *683geschenkt. Zum Ersähe sendete der Kaiser an seinemNahmenstage, 6 neugegoffene Kanonen dahin. Jedeträgt die Aufschrift: „Franz l. den Bürgernd e r S r a d t Wien, für erprobte Treue,Anhänglichkeit und Biedersinn. 18*0."
Solch unerhörkenDrangsalen des Krieges und zwey-er feindlichen Invasionen, aus denen die eine zweyMonden, die andere ein halbes Jahr währte und zwi-schen denen ein unruhvoller Friede dreyer kurzer Jah-re lag, mochten nun wohl Jahre folgen an denenWiens Zeitbücher an Ereignissen ärmer, aber anstillem Glücke reicher seyn mochten. — Die Jahre1811, 1812 und * 8 i 3 sind unvergeßlich für die Vec-