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Nach diesen allgemeinen Erörterungen zn dem Studium derMedizin übergehend, kann ich mich kurz fassen, denn die Frageist im Prinzip schon entschieden. Wenn ich daher angeben soll,welche Gründe gegen die Zulassung der Frauen zum Studium derMedizin sprechen, so antworte ich: „Gar keine." Die Behauptung,daß den Frauen hierzu die körperlichen und geistigen Fähigkeitenabgingen, ist hinfällig, Die Erfahrung hat längst das Gegenteilbewiesen. Die Befürchtung, daß den Ärzten hierdurch eine schäd-lich Konkurrenz erwachsen werde, berechtigt nicht zu einem Verbotedes Fraucnstudiums.
Es fragt sich nun, wie soll sich der Staat dem Franenstndinm,im speziellen dem der Medizin, gegenüber verhalten. Soll er dieFrauen zu den bestehenden Universitäten unter denselben Bedingungenwie die Männer zulassen oder soll er besondere Anstalten einrichten,Francn-Gymnasien und Franen-Universitäten, in denen dieAusbildungstattzufinden habe?
In Konsequenz der oben aufgestellten Ansicht hat der Staatan sich kein Interesse daran, daß weibliche Ärzte existieren unddaher auch keine Verpflichtung für die Ausbildung derselben durchbesondere Veranstaltungen Sorge zn tragen. Würden staatlicheFranen-Gymnasien oder -Universitäten errichtet werden, so würde derStaat das Franenstndinm begünstigen; denn es würden alsdannsehr viel mehr Frauen sich dem Studium widmen, als dazu ihrenFähigkeiten nach geeignet sind. Das Übel, daß Frauen sich männ-lichen Berufen hingeben, welches nun einmal als Folge der sozialenVerhältnisse existiert, würde dadurch nur über das natürliche Maßgesteigert werden. Wenn sich aber das Bedürfnis znr Errichtungvon weiblichen Gymnasien wirklich herausstellen sollte, so soll mandies, wie es in einigen Orten schon geschehen, privaten Kräftenüberlassen; der Staat möge sich alsdann darauf beschränken, diesenPrivatanstalten gegenüber als Aufsichtsbehörde eine wohlwollendeStellung einzunehmen.
So komme ich denn schließlich zu dem Resultate daß mandie Frauen zu dem Universitätsstudium, im speziellen zudem der Medizin, unter denselben Bedingungen undan denselben Anstalten wie die Männer zulassen solle.Gerade der Umstand, daß die Frauen unter nicht geringen Opfern