38 Medicin. Erklärung d. Wirkungsart der Badekur in Gastein.
zurufen! Wenn wir also sehen, wie sehr der Organismus inseinen physiologisch- mechanischen und noch mehr physiolo-gisch- chemischen Functionen durch das Höhenklima allein sobedeutend beeinflusst wird, ist es erklärlich, dass dieTherme von Gastein dortselbst intensiveren Effect auszu-üben vermag, als wenn dasselbe Bad in der Ebene ge-nommen werden würde.
Und eben in diesem Umstande, wie auch inden bedeutenden elektrischen Spannungen der inder Therme enthaltenen Ionen und der hierdurchbedingten höheren Leitungsfähigkeit für elektri-sche Ströme des Gasteiner Thermalwassers findeich den ganz besonderen Vorzug Gasteins.
Theoretisch liess es sich annehmen, dass die bedeu-tenden elektrischen Spannungen, welche den in der Thermedissociirten Ionen innewohnen, beim Contact mit derKörperoberfläche zur Entladung kämen und so einen Effectauf die Nerven der Haut und reflectorisch auf die innerenOrgane, auf den Stoffwechsel ausüben.
Der Zukunft bleibt es vorbehalten, in diese FragenKlärung zu bringen.
Es wirken also die Thermalbäder Gasteins durch dieWechselwirkung zwischen Bad und Höhenlage,durch die Temperatur, durch den Wasserdruck, wobeiganz besonders die elektrischen Eigentümlichkeitenund die ausserordentliche Lösungsfähigkeit der Thermein Betracht kommen, durch welch' letztere die Exosmose( Abgabe der löslichen Substanzen des Organismus durchdie Haut) erhöht wird.
Je nachdem die Temperatur des Wassers verschieden.von jener der Körpertemperatur ist, hat dasselbe einengrösseren oder geringeren Einfluss auf die Wärmeproduction,auf die thermische Compensationsfähigkeit des Organismus.
Der grosse Nervenreichtum der Haut, die auch eigen-artige Temperatur empfindende Nervenfasern besitzt, macht