Salz (Quecksilber-). 107
Grane bis zu drei Granen in einer- Unze Flüssig-keit. Von einer Sublimatsalbe lassen einige Aerztebei hartnäckigen venerischen Zufällen anfänglicheinen Skrupel und nach und nach mehr desAbends und Morgens auf die Fußsohlen einrei-ben. Hierbei muß man jedoch die Vorsicht ge-brauchen, die Salbe nicht mit bloßer Hand anzu-bringen.
Hier will ich noch über den oft schäd-lichen Gebrauch dieses Mittels im Allgemeinen,obgleich in dem oben erwähnten ngten Theilean dem angeführten Orte schon Manches dafürund dawider gesagt worden, aus Mönchs Arz-neimittellehre 3te Auss., S. 23 1 u. f., folgen-des anführen:
Gift und Arzney, fabrikenmaßig in Holland und^England, auch Venedig, nach verschiedenen Vorschrif-ten bereitet und verschieden am innern Gehalte ^), be-nutzt man es sorgenlos, ob man Heil oder Unheil mitso ungewisser Menge der Bestandtheile, der Verfäl-schung nicht zu gedenken, stiftet. Der rationelle ArZtbraucht das stärkste Gift, er geht sicher, schadet nie,wenn nur das Mittel gut ist; fehlt es hieran, so stif-tet er auch unschuldig Schaden. Benutzt es nun derUnwissende, üteciieus clinicus non eurat, wie leiderfast Sprüchwort ist, so sind die Folgen von jedem zubeurtheilen:
Allgemein einförmige Vorschriften der Apotheker-bücher, befolgt von jedem Apotheker, und selbst berei-tet, ist Schutz dem rationellen Arzte, sichert die An-wendung dieses heroischen Mittels, das seit Swie-tens Benutzung ein jeder Pfuscher darreicht, das so-gar bei Armeen in Hospitälern angewandt wird. Ver-sehen mit allen Kenntnissen, genaue Prüfung des Sub-jectes,
*) Der vollständige Titel ist: Conrad Mönch, SystematischeLehre von denen gebräuchlichsten einfachen und zusammen-gesetzten Arzneimitteln. Zum Gebrauch Akademischer Vor-lesungen, 3te Auch, Marburg, 1795.
*) CrellS Annalen, ir Bd., I78ä, S. 24.