Salzarbeiter. 45?
wie schon oben bemerkt wurde, die Gradirung zu-stellt und auf diese Art den Verlust einer mehroder minder reichen oder bereits mehr oder min-der veredelten Soole vorbeugt.
Der Gradirer muß daher bei der Gradirungs-operation vorzüglich auf diejenigen Winde achten,welche am besten gradiren', am beständigsten sind,und muß diese dann hauptsächlich zu benutzen su-chen. Es ist eine auf Erfahrung gegründete That-sache, daß ein Wind in einer Gegend, je nachdemer wärmer, trockner und stärker ist, immer bessergradire, als der andere, und daß die beständigenWinde hierzu weit geschickter sind, als die verän-derlichen, daher er denn auch wohl thut, daß erbei den ohnedies hiernach gerichteten Gradirgebäu-den ein vorzügliches Augenmerk hierauf richtet.
Er sorge ja dafür, daß sich weder die Tropf-Hähne, noch Rinnen verstopfen, und letztere bestän-dig wagerecht liegen; denn wird dieses letztere nichtin Acht genommen, so muß, da alle Flüssigkeitenden Gesetzen des Niveaus folgen, die in die Rin-nen tröpfelnde Soole an dem Orte eher auölau-fen, wo sie niedrig, als da, wo sie höher liegen,welches dann zur Folge hat, daß die Gradirwandan dem Orte, wo die Rinne kein Wasser auf sietröpfeln läßt, unbenetzt, folglich auch unbenutztbleibt, welches bei einem langen Gradirgebäudeschon von großer Wichtigkeit ist.
Er muß darauf sehen, daß kein oberer Sool-kasten oder Trog über- oder auslaufe; denn sonstkann leicht geringlöthige Soole unter eine reich-haltige kommen oder gar verloren gehen,
Am besten ist es immer bei Tage zu gradi-ren; denn eines Theils ist die nächtliche Verdun-stung nicht so beträchtlich und nur bei warmen
Ff S Nach-