Salzquelle. 687
In den ersten Zeiten hat man, nach der Tra-dition, die Soole, die damals nur einlöthig gewe-sen, ohne vorherige Gradirung versotten. Bis zumJahre 1692 hat das Salzwerk keine große Ver-änderungen erlitten. Um diese Zeit ist aber einneuer Schacht abgeteuft worden, aus dem dieSoole durch ein Pumpenwerk zu Tage gefördert,von da durch einen kleinen Tagstollen und hier-auf in einem Kanal nach den Gradirhäusern ge-leitet wird; diese Stelle muß jedoch bald ver-lassen worden seyn. Damals hatte man nur zweioder drei Gradirhäuser, wahrscheinlich nur mit einerWand und ohne Dach; denn ein altes GradirsHaus, welches man im Jahre 1793 wegen seinervölligen Unbrauchbarkeit abriß, war von jener Be-schaffenheit. Bei guter Witterung gradirte diesesHaus außerordentlich; allein der Regen von einerStunde verdarb oft mehr, als viele Stunden Son-nenschein gut machten.
Um das Jahr 1724 ist der sogenannte alteBrunnen und das sechs Stunden von Schmalkal-den entfernte Braunkohlenwerk zu KaltennordheimVon einem Herrn von Görz gemiethet worden;allein wie lange derselbe das Salzwerk betriebenund wann es wieder an den Landgrafen von Hes-sen gekommen, darüber ist nirgends eine Nachrichtzu finden.
Das Gebirge, an dessem Fuß die Soolquel-len zu Tage gefördert werden, nimmt eine Stundeunter Schmalkalden seinen Anfang, zieht sich vonMittag gegen Mitternacht wellenförmig herauf,läuft am westlichen Theile der Stadt vorbei undlegt sich eine Stunde über der Stadt an den so-genannten Stahlberg, der hier die Gränze zwischenden einfachen Gebirgen und den FloHgebirgen aus-macht,