69L Salzquelle.
scheinung nicht schwer zu begreifen. In Rücksichtder Höhe des Gebürges, an dessen Fuß die hiesigeSoolquellen hervorriefen, müßten sie noch weithöher steigen; allein der ungleiche Druck der Luft,der geringe Zusammenhang der Wassertheilchen untereinander, so wie auch mehrere Umstände können zuder Ausnahme von den angeführten hydraulischenSatze das Ihrige beitragen.
Dieses sind ungefähr die Vortheile, die manvon den eben gedachten Versuchen gehabt hat, dieman mit den Kosten des neuen Brunnenschachtesauf 1200 Rthlr. anschlägt. Obgleich diese Vor«
, theile nur geringe sind, so tröstet man sich damit,daß man sein Möglichstes gethan und so viel ge-lernt habe, daß es unmöglich sey, reichere Sool-quellen in dieser Gegend anzuhauen. Diese Mei-nung ist nicht ganz zu mißbilligen, wenn mauden Umstand in Erwägung zieht, daß das Sarrd-gebürge sich an das Urgebürge anlegt, wo dieSchichten wahrscheinlich eine solche Stellung oderLage haben können, daß' sie den Tagewassern einenleichten Zugang gestatten. Könnte man diese Ta-gewasser vor ihrer Vermischung mit den Soolquel-len auf irgend eine Art abscheiden, so wäre esvielleicht möglich, sie weit stärker an Salzgehaltund minder wasserreich zu erhalten, und diese Ab-sicht würde sich vielleicht etwas haben erreichenlassen, wenn man den neuen Brunnen weiter vor-wärts an den Berg angelegt hätte, und nicht derSchmalkalde so nahe geblieben wäre. Die weni-gen Lachter, die man mehr abzuteufen gehabt hätte,wenn man sich weiter an den Berg ansetzte, wä-ren in keinen Betracht gekommen, wenn man, wienicht zu bezweifeln ist, ein mehr ganzes Gesteinund vielleicht auch reichere Soole angehauen hatte.