ZZ8 Samenausattutig.
guten Lern haben, so müssen wir ihn länger stehenlas-sen, dann verlieren wir aber an Flachs. An diesemhaben wir mehr Vortheil,als andemLeine, dkeserhalberndten wir ihn früh ein. Da nun unser Lein nichtreif wird, so werden die folgenden Einsaaten, die da-von gemacht werden, immer schlechter; man mußihn daher weit dicker säen, als den Rigaischen, weiler viel unvollkommene und taube Körner hat, undman sieht sich genöthiget, um gute Flachserndten zuhaben, von Zeit zu Zeit diesen fremden Lein anzu-schaffen.
Die Güte des Samens besteht dann noch in derGröße und Schwere desselben; denn man kann dar-aus beinahe immer, wenn er beides nicht durch Feuch-tigkeiten hat, auf seine Vollkommenheit schließen.Die Erfahrung beweiset uns nun, daß die Früchteum so vorzüglicher gedeihen, je besser der Same war;s. auch den Art. Saat, Th. 129, S. 226 u. f.Die Schwere einer Fruchtforte kann, zum Beispielauf einen Scheffel 6, 8, io, 12 und mehr PfundUnterschied haben. Je schwerer also das Saatkornist, eine desto reichere Erndte hat man, wenn andereUmstände' nicht zuwider sind, zu hoffen. Es ist alsobei einer solchen Auswahl des Samens und bei einerguten Behandlung des Bodens keine Ausartung oderVeränderung desselben bei der künftigen Erndte zu er-warten. Es kann hier nur von solcher Ausartung dieRede seyn, wo sich das Getreide in Hinsicht der Güteverändert; denn eine gänzliche Verwandlung in eineandere Frucht, wie zum Beispiel des Rockens inT r e sp e, s. den Art. Rocke n, Th. 126, S. 4 ? u. f,wird kein aufgeklärter Landwirth niehr glauben.
Einige Landwirthe nehmen zum Grundsätze an,man soll sein Saatkorn alle Jahre verändern unddasselbe von fremden Flure« nehmen, und geben alsUrsache an, die Früchte liebten die Veränderung und'' ' ' geri^