Samenblatt. 345
in die einsaugenden Cotyledonen und aus diesen indas Wurzelchen und Stämmchen; sobald aber dasWurzelchen in der Erde befestiget ist, so treten dieNahrungssäfte aus dem Embryo in die Cotyledonen,damit sie daselbst durch Ausdunstung gereiniget oderdurch Aufnahme dünnerer Theilchen aus der Luftbeweglicher werden. Diese Bestimmung erfüllen dieGefäße der Cotyledonen, welche in dem Zellgewebezerstreut liegen und dieselben mit dem Embryo innigstverbinden.
Die Zahl der Cotyledonen scheint bei dem Sa-men der Pflanzen beständiger, als alle übrige Be-fruchtungötheile zu seyn, daher haben auch schonRajus, Börhave, Heister und Ai-.dere ihrePflanzenmethoden hauptsächlich auf die Zahl dersel-ben gegründet, und die Pflanzen überhaupt in jenegetheilt, deren Samen keine Cotyledonen (ncot^le-ckonos), und die, deren Samen einen, zwei odermehrere haben (mono cki-pol) corzckeckonos). Einesolche Eintheilung hat aber ihre nicht geringen Schwie-rigkeiten, da die wahre Zahl der Cotyledonen erstnach dem Keimen des Samens erkannt und aus derStructur des Embryos auf die Zahl der künftigenCotyledonen nicht geschloffen werden kann; denn auseinem Samen, der keine Cotyledonen hat, entstehenbisweilen Pflanzen, die ihrer ganzen Natur nachden klaiuis äiootzckeäonkis gleichen, und aus einemSamen, welcher offenbar zwei Cotyledonen hat,kommen bisweilen Pflanzen, welche nur ein einzigesSamenblättchen haben; daher muß man die unent-wickelten (involmas) und die vollkommenentwickelten(evolmas cotzckeckones) wohl un-terscheiden; aus jenen kann man in der Samenlehredie Zahl der Cotyledonen des Samens, aus diesenin der Gewächslehre die der entwickelten Pflanzenbestimmen. Es giebt daher Samen mit keinen, »nie
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