Sammetstich. Sammetstuhl. 49?
Spitzen, in welchen die Blumen von Chenille, alswie mit Sammet ausgefällt sind. Zu diesen Spitzensoll sich, nach Schnieber ^), das Gespinnst oderGarn von der Syrischen Seidenpflanze ganz beson-ders eignen. Vermittelst einer Garnmischung vonder Hälfte Cocons- und der Hälfte Pflanzenseide,erhielt er sehr schöne Spitzen^ die den ganzseidenengleich kamen, ja an dem sammetartigcn und zartenWesen übertrafen sie noch dieselben in der Dichtigkeitder Haare, weil sie die elastischen Faden, den Sam-met zu bilden, auszudehnen fortfahren, als die festergedrehte Seide der Seidenraupen. Die Farbe dieserungefärbten Spitzen ist blaßgelb und dem Auge ge,fällig. Das Sächsische Erzgebirge liefert davonviel in den Handel.
Sammerstich, die schwarze Runst, si Th. 56 , S.462 u. f.
Sammetstuhl, bei den Sammet machern oderSammetwebern, der Stuhl, worauf der Sam-met gewebet wird. Da es verschiedene Arten vonSammet giebt, so muß auch der Stuhl zu jeder der-selben eine besondere Einrichtung haben. Der glatteSammet wird auf einem Seidenwirkerstuhle gewebt,nur weicht derselbe in folgendem ab: Zuerst ist derBrustbaum ein Stiftbaum; ferner werden in demHintertheile des Stuhls zwei Garn - oder Ketten-bäume über einander angebracht, nämlich ein Baumzur Grundkette, die den Grund im Sammet macht,und ein Baum zur Poilkette, die den Sammet oderden Flor macht. Der erste liegt unten, und muß einsolches Gewicht oder Basquille erhalten, daß dieGrundkette svjsteif als möglich ausgespannt werde;
denn
*) Darstellung der höchst wichtigen Vortheile rc. der syri-schen Scidenpstanze, sowohl sür den Staat, als Privatmann,ans eigenen Versuchen von Schnieber, Stadt- undRalhsdirektor zu Licgnitz, i 78 S,
vec. rech». L»c. cLX« v. Theil« I l