Band 
Erster Theil, den Buchstaben A enthaltend.
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Aehkunst.

Aetzgrund s. A-tzkunst.

Aehkunst ist eine Act der Kupfcrstechcrkunsk, wozu man sichober keines Grabstichels bedient, sondern vermittelst desAetzgrundes, der Radirnadel und des Scheide - oder einesAetzwasscrs die Zeichnung auf eine Metall - oder Glastafelbringt, vo» welcher sie dann vielmals auf Papier überge-tragen werden kann. Gewöhnlich nimmt man eine wohlgeglättete und fern polirte Kupfectafel, die man mit einemAetzgrunde überzieht, welcher hernach mit dem Rauche einerLampe, einiger Wachslichter u. s. w. geschwärzt, oder miteinem andern matten Grunde überzogen wird. Auf diese»Grund wird die Zeichnung ganz leicht mit Gleystift oder Nö-the! aufgetragen, oder auf eine andere Art des Abzeichncnsdarauf gebracht. Nach dieser Zeichnung wird mit einerscharfen Radirnadel der Aetzgrund bis auf das Kupfer weg-gerissen, auch wird wohl etwas in das Kupfer hineingeritzt,welche Verrichtung das Radtren genannt wird. Alsden»wird die Platte mit einem Rande von Wachs eingefaßt,und entweder Scheidewaffer oder Aetzwasser, welches tieferund reiner, als bloßes Gcheidewasser, elnfreffen soll, aufdie Platte gegossen, welches dann alle aufgerissene Strichein das Kupfer einfrißt, ohne den Aetzgrund selbst anzugrei-fen , und dieses wird eigentlich das Netzen genannt. Wennes lief genug eingefreffen hat, so wird das Aetzwasser vonder Tafel-abgefpühlt, der Aetzgrund abgenommen, und s»ist die Tafel fertig. Die Vollkommenheit des Aetzcns be-steht darin», daß das Aetzmittel jeden Strich-der Radirnasdcl mit der Stärke oder Schwäche ausfresse, welche dieHaltung des Ganzen erfordert; das Schwache muß flächer,das Starke aber tiefer cingeätzt werden, daher muß auf denschwachen Stellen das Wasser eine kürzere Zeit fressen, alsauf den starken. Wenn es also so lange gewirkt hat, alszu den schwachen Stellen nöthig ist, so läßt man es ablau-sen , und deckt diese schwachen Stellen, auf die das Aetz-mittek nicht mehr wirken soll, mit «iner fetten Materie, wel-che die Wirkung des Wassers hemmt, oder bestreicht sie,