Band 
Erster Theil, den Buchstaben A enthaltend.
Seite
208
JPEG-Download
 

208

Artillerie,

Spuren entscheiden indessen noch nichts, und man kann mitmehrerer Zuverlässigkeit behaupten, daß das Fcueraewehrvon der Art, wie es jetzt noch üblich ist, erst gefeit dieMitte des i4ten Jahrhunderts entstand. In den Nürirber-gischcn Ausgabe. Rechnungen kommt bereits bey dem JahreIZ56 Geschütz und Pulver vor; s. Kleine ChronikNürnbergs. Altorf. 1790. S. 20. Anfangs warddas Geschütz nur bey Belagerungen gebraucht, dann gieng«S auf die Flotten über, ehe man sich dessen in den Feld-schlachten bediente. Gegen Ende des issken Jahrhundertssieng man an, Laffeten einzuführen, wodurch man inden Stand gesetzt wurde, auch das grobe Geschütz überallim Felde mit sich herumzuführen. Die Franzose» sollen beyihrem Kriegszug nach Italien, unter Karl dem achten, zu-erst hierauf verfallen sey»; allein man findet schon frühereSpuren von Zügen schweren Geschützes, mit Pferden be-spannt , bey den Heeren der Deutschen in ihren Kriegen ge-gen die Böhmen, und nachher gegen die Schweizer- Soviel ist aber gewiß, daß Karl Vlll. m Frankreich die Ein-richtung des groben Geschützes auf einen festen Fuß setzte,und solche verbesserte; denn als er 1495 gegen den KönigFerdinand von Neapel zog, brachte er erleichterte Kanonenmit, die sch schnell durch Pferde bewegt wurden, daßsiefastMlt den Truppen gleichen Schritt hielten, dahingegen dieJta-liener-damals noch Steinbüchsen hatten, die sehr langsamdurch Ochsen bewegt wurden; s. Hoyers Geschichte derKriegskunst, l. S. 71. Etwa in die Mitte des r;tcn Jahr-hunderts fällt die Erfindung der Mörser und Bomben durchden Fürsten von Rimini, Sicgmiind Pandulph Malatcsta;s. Bombe, Mörser. Seit der Mitte des i^len Jahrhun-derts geschah auch schon das Formen und Gießen der Ge-schützes, wie jetzt, über einen Kern, wo alsdann die Seelevon verschiedenen Stückgicßern noch mit Kronenbohrcrn aus-gebohrt und eben gemacht wurde. Dieses Ausbohren derKanonen geschah anfangs blos durch Treträder; s. Lirin-xoHsto l-jb. Dieß lvar aber beschwerlich

. rmd