Band 
Erster Theil, den Buchstaben A enthaltend.
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Arzneyfunst. 229

dicinifthc Kenntnisse hatte. Nach dem Berichte des Cle-mens von Alcxandricn hatten die Aegyptier 42 Bücher de§Hermes Tri 6 m., wovon z6 die gcsammte Philosophieabhandelten, die übrigen 6 aber, welche die Arzneykunstenthielten, waren in den Händen der Priester; allein allediese dein Hermes zugeeignete Schuften sind untergescho-ben- Auch der ägyptische König Apis

VI. />. 2V0. I-k <7/e^-7 «te /<r ?.

I. biv. 1. c. 6.) und die Königin Isis sollen viele Heilungs-mittcl entdeckt haben, wie denn auch die Isis ihren Goh»Orus oder Horus in der Aczneykunde unterrichtete,D/och I. 25. />. zo. So viel ist gewiß, daß man schon inden ältesten Zeiten die Aegyptier für die Erfinder dieser Wis-senschaft hielt, und daß dieselbe bey ihnen van einzelnen Er-fahrungen, die man an den Kranken machte, ihren Anfangnahm. Nachher sammelte inan, nach einer besondern Ein-richtung , merkwürdigere Erfahrungen. Es hatten nämlichdie Aegyptier sowohl als auch die Babylonier die Gewohn-heit, ihre Kranken an gangbare Straßen und öffentlichePlatze zu legen, damit ihnen die vorübergehenden gutenRath ertheilen und Hcilungsmittcl empfehlen konnten,^s^oe. i. p. n?. ,zo. War ein Kranker gesund geworden,so inußte er das Mittel, welches ihm geholfen hatte, denPriestern anzeigen; gewöhnlich grub man diese Mittel, Vor-schläge und Recepte, auf Tafeln (ccholas vorivae) , die imTempel niedergelegt und von den Priestern zum fernern Ge-brauche aufbewahrt wurden; VIII. p. m. 68i. Dieß

gab Gelegenheit, daß sich die Priester das Geschäfte, dieKranken zu curiren, anmaßcten, und in den Tempeln mitvielem Aberglauben ausübten. Die Krankheiten konnten,ihrem Vorgeben nach, nicht anders, als durch die Versöh-nung der Gottheit geheilt werden, woraus der Glaube aneinen göttlichen Ursprung der Medicin entstand. Die Kunst,diese gottesdienstlichen Verrichtungen auszuüben, wurde inAegypten und Griechenland vom Vater auf den Sohn ver-erbt. Erst spät kamen Philosophen, welche Thiere kunst-

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