Band 
[Zweyter Theil.]
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Bildgleßerkunst.

gen mit dem Sol, wie ihn die Rhodker vorstcRen, ein«berauschte Flötenspiclerin, ein Mann, der sich rieb, als«b er eben aus dem Bade käme, und den MarcuSAgrippa in seine Bäder nach Rom bringen ließ; fernergoß er die Jagd Alexanders zu Delphi. Einige wollen«hin auch die vier Pferde zuschreiben, welche auf dem Por-tal der heiligen Marcus-,Kirche zu Venedig standen, undjetzt in Paris sind; aber wahrscheinlich sind diese erst unterNero gegossen worden. Lysipp goß ferner einen Herku-les, der nur einen Fuß hoch war, aber, vermöge der Grö-ße der Idee und der Erhabenheit deö Ausdrucks, mir demJupiter dcS Phidias in Vergleichung gezogen wird. 'Von ihm rl'ihit.auch die colossalische Juno für die Einwoh-ner von Samos her Lr'ü. 24. c. §.), welche Con-stantin nach Constantinopel bringen ließ, wo sie ver-muthlich unter Balduin, zu Anfange des iz. Jahrhun-derts eiugcschmolzeii, und zur Münze gebraucht wurde.Endlich goß auch Lysipp den 40 Cubitus oder 45 franz.Fuß hohen Coloß des Jupiters auf dem Marktplatze zu Ta-rntt, dessen schon vorhin gedacht worden ist, ?//«. I.rä. ^4./ce. Einige schreiben dem Lysipp überhaupt 1502,andere aber 6ro Skalucii zu; doch modcllirteer nur seineStatuen, und den Guß überließ er meistens andern. —-Chares von Lindus, der um die 117. Olymp, oder umzösoblühcte, miv ein Schüler deS Lysippus war, goßden Coloß am Eingänge des Hafens zu Rhodus, eine derSonne geweihete Bildsäule, welche 70 Cubitus oder 105Pariser Fuß hoch war; die Finger waren größer, als diemeisten Bildsäulen, und die Daumen so dick, daß man sienicht mit beyden Armen umfassen konnte; FVr». 4/.

7. Nach einigen standen die Füße dieser Bild-säule über den Hafen zu Rhodus ausgebreitet, so daß Schif-fe mit ausgespannten Segel» Darunter hinfahren konnten,welches jedoch andere läugnen. Chares arbeitete 12 -»Jahre an diesem,Coloß, (?/r',r. Lr'ä. 74. ,L.) welcher

den Rhodiern Zos Talente kostete. Nach z6 Jahren stürzte

dieser