Band 
[Zweyter Theil.]
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291
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Bildhauerkunst. 291

Kunst betrachte!'. In den ältesten Feiten sollen sie deinKönig Morris und seiner Gemahlin zwey Statuen überLebensgröße errichtet haben, die auf zwey Thronen stan-den, welche von zwey Pyramiden getragen wurden, dieZ2s Schuhe hoch waren und initken in einem See, ebe:rso tief im Wasser standen; JuveneldeCarlcncasGeschichte der schönen Wissenschaften undfreyen Künste, übersetzt von Joh. Erh. Kap-pe. 1749. k. Th. Z- Abschn. r. Kap. S. ;8y. ZucFeit des Seso stris, der nach einigen 2620 n. E. d. W.nach andern 420 Jahre vor dem trojanischen Kriege lebte,blühete diese Kunst vorzüglich. Dieser König ließ sei» undseiner Gcmalin Bildniß, jedes aus einem Stein zo Ellenhoch, und die Bilder seiner 4 Kinder, jedes 20 Ellen hoch,verfertigen, und vor den Tempel des Vulkan stellen»I. //. 7,. <7. Ferner hat man noch Nachrichtvon einem alten ägyptischen Kunstwerke, nämlich von dersteinernen Sphinx des Amasis. Die Sphinx war einerdichtetes Ungeheuer der Alten, welches das Gesicht, dieBrust und Stimme einer Jungfrau, die Flügel und Klaueneines Greifs, den Leib eines Hundes, und den Schwanzeines Drachen hatte. Man gab vor, daß die Juno zucStrafe für die Einwohner Thebens dasselbe in die dasigeGegend geschickt, wo es sich auf einem Berge aufhielt', je-dem Wanderer ein Räthsel aufgab, und den, der es nichtauflösen konnte, von dem Felsen herabstürzte, bis Oedi-pus dieses Räthsel errieth, worauf die Sphinx aus Ver-druß sich selbst von dem Felsen hinabstürzte. Der KönigAmasis in Aegyptcn ließ aus einem einzigen Steine dieFigur einer solchen Sphinx hauen, die 14; Fuß lang,vom Bauche bis auf den Scheitel 62 Fuß hoch war,und deren Kopf 102 Fuß im Umfange hatte;

/eer. ,7. üfos«/. Dieses Bild stand

vier Meilen von Cairo, westwärts, nahe beym Nil, undman glaubt, daß Amasis unter dasselbe begraben wor-den sey. Man findet in den alten Ieireq zwey Könige die-

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