Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
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Bildhauerkunst.

piter zu Tegea in Arkadien so vorstellten. Die Säulen,auf welche solche runde Steine gesetzt waren, wurden inder Folge cckigt zugehauen, und waren unten schmäler alsoben. Solche Darstellungen, an welchen weder Händenoch Füße ausgedrückt waren, wurden ttermae genannt,weil man wahrscheinlich dem Hecme 6 oder M c r k u r zu»erst eine solche Säule errichtete, oder weil das Wort Her-me überhaupt jeden großen Stein bezeichnete. Man setzt«solche Säulen vor die Häuser, Tempel und an die Gren-zen. Diese Hermen haben allem Ansehen nach die Gelegen»heit zur Verfertigung ganzer Figuren gegeben; man bildetesie nämlich nach und nach mehr aus, und bezeichnete dieGefchlechtscharaktere ohngefähr in der Mitte des Steins,bis man endlich anficng, die Trennung der Schenkel durch«inen Einschnitt anzudeuten. Als Troja im Jahr 2792belagert wurde, hatten die Trojaner in dem Tempel aufdem Schlosse dieser Stadt ein Bild der Pallas, das siePalladien nannten. Wenn die Fabel von dicfim Tildeweiter zu nichts dient, so gewahrt sie doch den Vortheil,daraus auf das Alter der Bildhauerkunst unter den Grie-chen zu schließen. Vielleicht war dieses Bild so alt, daßdie Trojaner die Zeit, wenn es gemacht worden war, undden Urheber desselben selbst nicht mehr mit Gewißheit zubestimmen wußten, und daß eben diese Dunkelheit seinesUrsprungs zur Erdichtung der Fabel Gelegenheit gab. DieTrojaner erzählten nämlich, daß dieses Bild zu der Zeit,wo sie in ihrem Schlosse einen Tempel crbauctcn, von,Himmel herab in den Tempel gefallen wäre, ehe noch dasDach darüber erbauet gewesen wäre. Nach einem Aus-spruche des Apollo sollte Troja so lange unüberwindlichseyn, als dieses Bild noch in der Stadt wäre. Die Be-lagerer erfuhren dieses, machten unterirdische Gänge, durchwelche Diomedcs und Ulysses in das Schloß drangen, dieBesatzung des Schlosses und Tempels niedermachten, dasPalladion raubten und ins Lager brachten. Den Troja-ner» entfiel nun der Muth, und Troja wurde kurz daraus

erobert-