Band 
[Zweyter Theil.]
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Bildhauerkunst.

Augen waren blinzelnd, die Haare in kleine Ringel geord-net, und glichen dicht neben einander liegenden Peeren ei-ner Weintraube, Dädalu 6, ein Athcnienscr, der um275a lebte, war der erste Verbesseren der Bildhauerkunstunter den Griechen. Seine Werke machten seinen Namenin Kreta, wohin er sich flüchtete, weil er seinen Neffen er.schlagen hatte, in Sicilien und einem großen Tbeile jvonItalien berühmt. Bis auf seine Zeit bestanden die Bild-säulen nur-aus einem Kopfe, dessen Augen noch geschlos-sen waren, und der auf einer runden oder viereckigen Säulerubele, an welcher weder freye Arme und Hände, nochFüße zu sehen waren. Dädaluü bildete zuerst den KopfMit offenen Augen« oder wie andere sagen, er brachteeiniges Leben in die Augen, er gab, den Bildsäu-len abgesonderte Arme und Hände, setzte die Füßevon einander, und drückte verschiedene Stellungen aus.So roh auch seine Werke waren, so sehr erstaunt« dochGriechenland über dieselben« und Pausanias sagt« daßman etwas göttliches an ihnen bemerke. Weil er seineBildsäulen mit offenen Augen, mit freyen Armen, Hän-den und Füßen bildete, und ihnen mancherley Stellungengab, sv sagte man von ihnen, daß sie« wie Menschen,sähen, Stengen und sich bewegten, welches blos ein allego-rischer Ausdruck ist, wodurch man die Kunst des Meistersschildern wollte. Winkel manns Gesch. der Kunst.Tb- -ist- G- 620. Palaphatus von den unglaub-lichen Dingen. Kap. 22. ä/>. stp'. 75.

Man hat also gar nicht nöthig, bey der Venus, welcheDädalus machte, und der man auch Bewegung zuschrieb,mit dem Invenel de Carlenras in seiner Geschich-te der schönen Wissenschaften und freyen Kün-ste, übers. vo» I. E. Kappe. 1749. Tb- S. Z9Z.anzunehmen, daß Dädalus dieses Kunststück durchQuecksilber bewirkt habe, welches er in die Figur schüttete.Weil Dädalus zuerst die Bildsäulen ganz ausbildete, sohat man »du gar zum Erfinder der Bildhauerkunst machenmoste»; eH-s7/or/a,. Ilk, I§. §. 8, Zu Athen zeigte man

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