Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
302
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Bildhauerkunst.

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Pan mit Roth angestrichen, welche Gewohnheit wahrscheinlieh vuS dem Gebrauche roher Rationen entstand, die Eil-der ihrer Gotthciren mir dem Bluke der Opferlhicre zu be-sprengen. De» schon etwas gebildeten Griechen eckcltenachher vor diesem Gebrauche, aber sie behielten doch denSchein davon bey, und bestrichen ihre Bildsäulender Götter mit Roth. Vor dem Phidias formte sichder Stil der Kunst vornämlich durch Bilder der Götter.Zur Zeit des Perikles beeifertcn sich viele Künstler umdie Wette, sich nicht nur durch ihre Werke zu verewigen,sondern auch dieser Kunst mehr Anwachs, Zierde und Glanzzu geben ; ja es gelang den Griechen, den höchsten Gipfelin dieser Kunst zu erreichen. Sie kamen auf den kühnenGedanken, daß nicht blos menschliche, sondern sogar gött-liche Eigenschaften dem Auge empfindbar gemacht werdenkönnten. Hierdurch erhob sich die Bildhauerkunst unter denH ände» griechischer Künstler nach und nach auf den höchstenGipfel der Vollkommenheit, bis sich Phidias getrauet?,die Hoheit Gottes in crhöhetec menschlicher Bildung aus-zudrücken. Sie bemübetrn sich, in den Statuen ihrerGiltter, Helden und großer Männer nicht blos ihre kör-perliche Gestalt, sondern hauptsächlich die Größe ihresGeistes darzustellen, welches der erhabenste Gebrauch ist,de» man von dieser Kunst machen konnte. Gegenstände»aber, in denen ihrer Natur nach keine moralische Kräfteliege» konnten, gaben sie Schönheit und Schickitchkeik derFormen. In dein Zeitraum von Z 5 ;; bis ;;84 erreichtedie griechische Bildbauerkunst durch ihren größten Meister,Phidias von Athen, der Maler, Bildhauer und Bau-meister zugleich, und ein Schüler des Eladas von Argoswar, eine» hohen Grad der Vollkommenheit; Phidiaswurde nämlich der Schöpfer des zweyten oder hohen Stilsder Bildhauerkunst, in welchem Alkamenes, Polykletvon Argos der ältere und jüngere, Myron, Lystppus,Praxiteles, Scopas u. a. berühmt wurden. Derzwey»« oder hohe Seil zeichnen sich durch flüssige Umrisse