Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
313
JPEG-Download
 

Bildhauerkunst.

;r,

ktllus, der Z772 Syracus eroberte, und die darinn be-findlichen Werke der Bildhauerkunst nach Rom bringen ließ,Lil-, -s, 40. Ohngcachket die Römer diese Werkeder griechischen Bildhauer bewunderten, ließen stc doch im-mer neue Statuen der Götter, wahrscheinlich durch Hcrru-rier, in Rom verfertigen, weil man aus Observanz ge-wöhnlich nur hölzerne oder irdene Statuen in die Tem-pel setzte. Je mehr sich indessen die Eroberungen der Rö-mer in den griechischen Kolonien und dann in Griechenlandselbst ausbreiteten, desto mehr lernten sie die Werke derGriechen kennen, bis endlich nach Eroberung der StadtCorinth,, im Jahr g8z8 oder 144 Jahre vor C. G. undnach Unterjochung Griechenlands, Rom mit einer unge-heuern Menge griechischer Kunstwerke angefüllet wurde, diesie jedoch nur als einen Gcgestand der Pracht und als Mo-numente der Kunst liebten, ohne selbst in derseben groß zuwerden. Die bequemen Römer ließen vielmehr von dieserZeit an ihre Kunstwerke von den durch sie überwundenengriechischen Künstlern verfertigen. Der Redner L. Cras-sus hatte zuerst Bildsäulen von fremdem Marmor. DieBildhauer unter den Kaysern der Römer waren meistensGriechen, welche die Werke ihrer ehemaligen großen Mei-ster nachahmten. Indessen erhielt sich die Kunst unter denKaysern in dem Grade der Vollkommenheit, welchen sieunter Augustus gehabt hatte, noch eine ziemliche Zeithindurch. Winkelmann setzt ihren Verfall in die Re-gierung des Severus, und ihren Untergang noch vorConstantin den Großen, der zv6 zur Regierung kam.Die Verehrung der Bilder unter den Christen wurde nuneine Veranlassung, ausgchauene Bilder zu verfertigen, diezwar ohne Weichheit, Geschmeidigkeit, Bewegung, Aus-druck und Leben waren, aber,doch dazu dienten, daS Me-chanische der Bildhauerey von, gänzlichen Untergänge zuretten. Ja es wurden durch alle Zeiten der Barbarey hin-durch Bilder gehauen, an denen man den Schatten derKunst bemerkte. Kayser Theodosius der Große, der

U 5 Z7<r