Bleiche.
§2
Daß die Weiße von seidenen und wollenen Stoffenvermittelst der Dämpfe des brennenden Schwefels bis zu ei-ner blendenden Höhe getrieben werden könne, wußte manlängst; aber der Hofralh von Born in Wien machte eszuerst anschaulich, daß der Dunst mineralischer übersau-rcr Salzsäuren auch rohe vegetabilische Materien, z. B.Garne, Leinewand u. dgl. zu entfärben tauglich sey, undsolche in sehr kurzer Zeit in das vollkommenste Weiß um-wandle. Die Ehre der Erfindung mit dephlogistisicterSalzsäure zu bleichen, gehört also den Franzosen nur zumTheil z s. Allgc in. Journal für Handlung rc. vonGchcdel und Sinapius. 1800. März. G- zzo.Herr von Born gab eine Blcichmethode an, nach wel-cher zu einem Kasten, mit 2oso Pfund Waare angefüllt,4 Kolben mit falzfaurer Mischung hinreichen. Westrumbthat den Vorschlag, 8 Kolben, und davon 4 gegen die De-cke des Kastens, anzubringen, und jeden nur mit der Hälf-te der bekannten Mischung zu beschicken. Der Advokat,I)r. Allmayer, erfand eine chemische Bleichart in ver-schlossenen Gefäßen, nach welcher er zu allen Zelten desJahres i» 2 oder z Tagen Zwirn, Garn, Flachs, Werg,Leincwand und baumwollene Waaren gut und ächt bleichenkonnte, worubcv ihm der Kayser ein Privilegium aus ic>Jahre ertheilte; Reichs - Anzeiger. 1794. Nr. 68.G- 651. In dem Intelligenz. Blatt der Engli-schen Blätter, vom September 1794. S. 9 Z- wu»dc eine von, Camp bei l erfundene chemische Bleichart be-schrieben , von welcher man im Reichs'Anzeiger 179?.Nr. z 6 . S. ZZZ. vermuthete, daß sie mit dem vom Dr.Allmayer erfundenen Verfahren einerley sey. Da manaus von Borns Erklärung bereits wußte, daß der Dunstder libersauein Salzsäure das Bleichen vegetabilischer Glos-se bewirke, so war zur Eliiführung der Bleiche mittelst derDämpfe »ur »och ein kleiner Schritt zu thun. Dieses Ver-fahre» stammt aus dem Orient, wo das Bleichen der bäum-wollenen Zeuge durch Dämpft bewirkt wirb, und war auch
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